STILLER
Ist man später im Leben derselbe, der man einst war? „Ich bin nicht Stiller“, beteuert er, gespielt von Albrecht Schuch. Aber keiner glaubt ihm, dass er nicht Stiller, sondern James White aus Amerika ist.

© Studiocanal GmbH – Aliocha Merker
Er soll dieser Stiller sein? Zunehmend genervt weißt er das von sich, dass er
seinerzeit an der Ermordung eines sowjetischen Dissidenten beteiligt gewesen sein
soll. „Ich bin das nicht“, ruft er. Die Wahrheit oder ein Trick, um zu entkommen?
Max Frisch schrieb 1954 den gleichnamigen Roman – als eine Parabel auf das, was
man Identität nennt, das stets sichere Gefühl, man selbst und derselbe zu sein, der
Zeit und ihrer Ereignisse zum Trotz. Ob man sich da etwas vormacht, fragte sich
Frisch und der Film setzt dieses Vexierspiel und seine Psychologie auf spannende
Weise um. Stiller von damals ist zwar, wie wir sehen, diesem James von heute sehr
ähnlich, aber doch eindeutig ein anderer Darsteller. Und wo Stiller damals seine
Ehefrau im Stich ließ, da fängt James heute eine Liebesgeschichte mit derselben Frau
an – nur viel souveräner, erwachsener als dieser Stiller es dereinst vermochte. (MK)
SPIELZEITEN
So 07. Juni // 20.30 Uhr
Mo 15. Juni // 20.00 Uhr
So 21. Juni // 16.00 Uhr
LÄNGE 99 Min.
Regie & Drehbuch: Stefan Haupt
Drehbuch: Alex Buresch
mit Albrecht Schuch, Paula Beer, Max Simonischek, Marie Leuenberger, Stefan Kurt, Sven Schelker, Martin Vischer, Marius Ahrendt
Schweiz, Deutschland
FSK ab 12 Jahren
